Das oben stehende Bild habe ich am 19. Juni 2015 in den erntereifen Weizenfeldern des Medjerda-Tals zwischen Ghardimaou und Jendouba aufgenommen. Es zeigt die deutschen und tunesischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Projekts „UBBEZ“, kurz für „Umweltbildung als Beitrag zur Entwicklung der Zivilgesellschaft“. Das im Rahmen der Deutsch-Tunesischen Transformationspartnerschaft des Auswärtigen Amts finanzierte Projekt der „European Nature and Environment Academy (ENEA) e.V.“ zielte im letzten Jahr auf die Entwicklung einer Konzeption für einen Umweltbildungs- und Naturerlebnis-Garten im nordwesttunesischen Nationalpark El Feija (siehe Blogeintrag „Das vergessene Holzpferd“).

Als tunesischer Kooperationspartner von ENEA e.V. fungierte der nach der Abdankung des tunesischen Diktators Ben Ali im Jahr 2011 gegründete Verein Sidi Bou Zitoun, der sich bereits 2013 im Projekt „Deutsch-Tunesische Ranger-Camps“ überzeugend bewährt hatte (siehe Blogeinträge „In einem Boot“ und „Küste mit Kontrabass“ sowie der offizielle Projektfilm). Zu den Errungenschaften des „UBBEZ“-Projekts im Jahr 2015 zählte neben der Ausarbeitung einer innovativen und auf die Themen des Nationalparks passgenau zugeschnittenen Gartenbau-Konzeption vor allem die Anbahnung und Vertiefung von vertrauensvollen und konstruktiven Kontakten zu Verantwortlichen der regionalen Forstbehörde, des Nationalparks El Feija sowie zu engagierten Lehrkräften in ausgewählten Schulen der Provinz Jendouba.

Auf dieser organisatorischen Grundlage ist am 1. April 2016 das ebenfalls von ENEA e.V. getragene Projekt mit dem Titel „JURIK“, kurz für „Junior Ranger Initiative in der Kroumirie“, gestartet. Neben der baulichen Umsetzung des Umweltbildungsgartens im Sinne einer Erstausstattung mit Geräten und Modellen zum Naturerlebnis bzw. zur Naturerfahrung geht es in diesem ebenfalls vom Auswärtigen Amt finanzierten Vorhaben auch um die Stärkung und Weiterentwicklung der Zusammenarbeit von zivilgesellschaftlichen Akteuren und regionalen staatlichen Institutionen. Den Anlass und die inhaltliche Klammer für diese Kooperation bildet die Entwicklung und Umsetzung eines regionalen Umweltbildungskonzepts in Verbindung mit dem Naturerlebnisgarten sowie die Organisation eines entsprechenden Trägerverbunds für dessen nachgelagerten Betrieb und Instandhaltung.

Als Projektpartner auf deutscher Seite konnte mit dem Nationalpark Harz einer der bundesweiten Vorreiter für schulische und außerschulische Umweltbildungsarbeit in Großschutzgebieten gewonnen werden. Ein weiterer Unterstützer des Projekts ist der BUND Niedersachsen. Den Auftakt des Projekts bildet ein mehrtägiges Vorbereitungstreffen Ende April in Tunesien. Neben der Projektplanung und einem persönlichen Kennenlernen der tunesischen Kooperationspartner aus Zivilgesellschaft und Verwaltung steht dabei auch ein Besuch von in mehreren Schulen der Region gegründeten Umweltclubs auf dem Programm. Vor diesem Hintergrund versteht sich das Projekt JURIK auch als Beitrag zur gesellschaftlichen Integration von Jugendlichen in einer benachteiligten Inlandsregion und damit auch als Beitrag zur Deradikalisierung von jungen Erwachsenen bzw. zur Eindämmung und Zurückdrängung des internationalen Dschijadismus (siehe dazu auch der Blogbeitrag „Rotkäppchens Rache“).

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