Ende April war ich endlich wieder einmal im grünen Tunesien. Der Anlass dafür war der Auftakt des aktuellen Umwelt- und Naturschutzprojekts der "European Nature and Environment Academy" (ENEA) e.V. in der Provinz Jendouba (siehe auch der Blogeintrag "Gemeinsam ernten"). Bei dem durch die deutsch-tunesische Transformationspartnerschaft des Auswärtigen Amts unterstützten Vorhaben namens "JURIK" geht es neben der baulichen Umsetzung eines im letzten Jahr konzipierten Naturerlebnis- und Umweltbildungsgartens im Nationalpark El Feija, im Sinne einer Erstausstattung mit Geräten und Modellen, auch um die Stärkung und Weiterentwicklung der regionalen Zusammenarbeit von zivilgesellschaftlichen Akteuren und staatlichen Institutionen.

Wie das im einzigen Waldnationalpark Tunesiens aufgenommene Foto zu diesem Beitrag zeigt, ist der Projektstart erfolgreich gelungen. Dabei zeigte sich der Frühling von seiner wärmsten Seite und bewegte die deutsche Delegation zu kurzärmligen Hemden. Vor allem die positive Entwicklung des im Vorjahresprojekt "UBBEZ" angebahnten Kontakts zwischen der tunesischen Partnerorganisation "Sidi Bou Zitoun" und der regionalen, für den Nationalpark verantwortlichen Forstverwaltungsbehörde bereitete sehr viel Freude. Auf der Grundlage dieser seit dem Herbst 2015 gewachsenen und mittlerweile offenen, vertrauensvollen Beziehung konnte zum einen ein gut besuchter und hochkarätig besetzter Auftakt-Workshop zum Kennenlernen aller tunesischen und deutschen Kooperationspartner aus Verwaltung und Zivilgesellschaft organisiert und umgesetzt werden. Zum anderen wurde durch die Aushandlung eines Kooperationsvertrags zwischen der regionalen Forstverwaltung und der NGO "Sidi Bou Zitoun" eine wichtige Grundlage für den Beginn der baulichen Umsetzung des Naturerlebnisgartens geschaffen.

Auch über die zentrale Projektpartnerschaft auf tunesischer Seite hinaus gaben die drei prall gefüllten Besuchstage viel Anlass zur Optimismus. Vor allem im Hinblick auf eine mögliche Zusammenarbeit mit einigen Grundschulen der Provinz Jendouba bei der Umsetzung des mit dem Naturerlebnisgarten verbundenen und noch zu entwickelnden Umweltbildungsprogramms. So zeigten sich bereits zwei in Ain Draham besuchte Grundschulen sowie eine weitere Grundschule in Bou Salem an einer Kooperation mit dem Projekt interessiert. Über einen weiteren tunesischen Partner, eine Fraueninitiative aus Jendouba, können möglicherweise noch eine oder mehrere Grundschulen aus der Provinzhauptstadt für eine Mitwirkung gewonnen werden.

Wo und wie es mit dem Projekt weitergeht, steht bereits fest. So ist für Ende Mai ein mehrtägiges deutsch-tunesisches Arbeitstreffen im Nationalpark Harz vorgesehen. Neben einem offiziellen Empfang der tunesischen Delegation in der Nationalparkverwaltung in Wernigerode sind dabei Besuche von einschlägigen Umweltbildungseinrichtungen und Junior-Ranger-Gruppen sowie ein Workshop zur Entwicklung erster Ideen für das Umweltbildungsprogramm in Verbindung mit dem Naturerlebnisgarten geplant. Ereignis- und erkenntnisreiche Tage sind damit wohl für alle Beteiligten programmiert. Es bleibt zu hoffen, dass die tunesische Fluggesellschaft, die Deutsche Bahn und der Harzer Wettergott mitspielen.

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