Der Name der wald- und wasserreichen Kroumirie in Nordwest-Tunesien leitet sich von einem dort lebenden Berberstamm namens „Kroumir“ ab.

Die Kroumirie liegt in Nordwest-Tunesien, zwei bis drei Autostunden westlich von Tunis. Die vom Tourismus fast unberührte Gebirgsregion besitzt eine für Tunesien einmalige Landschaft und beheimatet die vielfältigsten und besterhaltensten Eichenwaldkomplexe des Mittelmeerraums. Vor allem die ausgedehnten und teilweise fast urwaldartigen Korkeichenwälder bieten einen Lebensraum für eine reichhaltige, teils endemische Fauna und Flora. Dazu zählen viele seltene Vogelarten, die einzige endemische Hirschart von Afrika sowie zahlreiche, noch wenig bekannte Heil- und Aromapflanzen.

Die Naturschätze und der Wasserreichtum der Kroumirie besitzen schon seit Jahrtausenden eine Anziehungskraft. Die kulturhistorischen Spuren dieser Kraft sind heute noch sichtbar: geheimnisvolle prähistorische Wohnanlagen und punische Grabkammern, die eindrucksvollen Römerstädte Bulla Regia, Chemtou und Dougga, byzantinische Befestigungen und frühchristliche Kirchen, die trutzige Genueserfestung in Tabarka sowie die vom französischen Kolonialstil geprägten Ortschaften Beni M´tir und Ain Draham.

Trotz der fremden Einflüsse ist die Kroumirie gleichzeitig auch das geblieben, was sie immer schon war: Ursprung und Heimat des Kroumir-Berberstammes mit unverwechselbaren Eigenheiten, Stimmungen und Traditionen.

Mehr Infos:

Lesetipps zum Einstieg

Becht, Sabine:
Tunesien
Erlangen, Müller, 2013

Dollhopf, Helmut / Neumann, Rüdiger:
Tunesien: Kulturlandschaft zwischen Meer und Wüste
Würzburg, Stürtz, 1990

Mensching, Horst:
Tunesien.
Eine geographische Landeskunde

Darmstadt, 1968

Sansal, Boualem:
Maghreb - eine kleine Weltgeschichte
Berlin, University Press, 2012

Wagner, Hans Ulrich:
Tunesien. Ein literarisches Porträt.
Frankfurt, Insel 1997

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